Die Weiterbildung ist gemäß § 125 ABS. 1 SGB V von den Spitzenverbänden der Krankenkassen als zertifizierte Weiterbildung (Manuelle Therapie) für Physiotherapeuten anerkannt.
Kursbeschreibung Manuelle Therapie und Orthopädische Medizin
Allgemein Die International Academy of Orthopedic Medicine (IAOM) Deutschland bietet mittlerweile seit vielen Jahren die Weiterbildung in Manueller Therapie (MT) und Orthopädischer…
Kursbeschreibung
Manuelle Therapie und Orthopädische Medizin
Allgemein
Die International Academy of Orthopedic Medicine (IAOM) Deutschland bietet mittlerweile seit vielen Jahren die Weiterbildung in Manueller Therapie (MT) und Orthopädischer Medizin (OM) für Physiotherapeut*innen und Ärzt*innen an.
Der Unterrichtsinhalt ist evidenz-informiert, was bedeutet, dass er nicht auf einem starren Konzept basiert, sondern auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die sich stetig weiterentwickeln, wodurch die Kursinhalte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.
Die Stärke der IAOM-Kurse liegt in der Untersuchung und der Differenzierung verschiedener Arbeitshypothesen bezüglich des muskuloskelettalen Systems, denn nur wenn man erkennt, was das Problem ist, und warum es existiert, kann man eine effiziente Therapie auswählen.
Der Unterricht umfasst neben der Untersuchung und Behandlung (Mobilisation, praktische Übungen) der Extremitätengelenke und der Wirbelsäule auch die Lehre der (Patho-) Anatomie, der Anatomie in vivo und der Biomechanik.
Die Dozenten der IAOM verfügen über jahrelange Berufserfahrung in der klinischen Praxis und im Unterricht.
Der Kurskomplex (MT) ist als Fortbildung zur Zulassungserweiterung Manuelle Therapie vom Verband der Ersatzkrankenkassen e.V. (vdek) anerkannt.
Lehrerteam
Das Lehrerteam der IAOM-Europa besteht aus:
Birgit Auer, MAS, PT
Jana Brehsan, PT
Dr. med. Gunther Windisch (ärztlicher Leiter)
Robert Hof, PT
Andreas Lieschke, PT,
Dr. Anja Matthijs, ScD, PT (fachliche Leiterin)
Dr. Omer Matthijs, ScD, PT (fachlicher Leiter)
Dimitri Reder, PT
Bernhard Reichert, MSc, PT
Didi van Paridon-Edauw, PT, MOMT (Präsidentin)
Kursinhalte allgemein
Der Leitgedanke der IAOM-Fortbildungen ist:
Eine präzise klinische Untersuchung und Arbeitshypothese ist für eine erfolgsreiche Behandlung - sei es durch Manuelle Therapie, Injektionen (durch Ärzte) oder andere medizinische Maßnahmen - unersetzlich.
Darum umfasst der Inhalt unserer Kurse vor allem eine tiefgehende Befunderhebung und Arbeitshypothesenstellung und darauf aufbauend, das Auswählen und Erlernen von effektiven Therapien für das gesamte muskuloskelettale System.
Dies beinhaltet neben Anatomie (auch in vivo) und Pathologie, zusätzlich das notwendige Wissen über Biomechanik, Bindegewebe- und Schmerzphysiologie.
Im praktischen Teil der Kurse werden neben der Anatomie in vivo und den Untersuchungen auch manuelle Gelenksmobilisationen gelehrt.
Die Kursserie ist in Basismodule (verpflichtend für die Anerkennung der Manuellen Therapie in Deutschland) und Aufbaukurse eingeteilt.
Darüber hinaus werden weitere Aufbaukurse (Themenkurse), Refresherkurse und Symposien unterschiedlicher Themen angeboten.
Basismodule: Zertifikatskurse Manuelle Therapie (Deutschland)
Die Weiterbildung erfolgt in 12 verpflichtenden Basismodulen in Manueller Therapie über 264 Unterrichtseinheiten. Durch diese Kurseinteilung entstehen kürzere Kurse, und die Kursteilnehmer benötigen weniger Urlaubstage bei gleicher Gesamttageszahl. Sie investieren nur 11 Arbeitstage in 2 Jahren.
Kollegen, die Interesse in nur einem bestimmten muskuloskelettalen Bereich haben, können sich für einzelne Module anmelden.
Es besteht keine Pflicht, die ganze Serie zu buchen!
Das Quereinsteigen in die Kursserie ist möglich (Ausnahmen: LWS2, BWS2 und HWS2). Empfohlen wird allerdings ein Einstieg mit dem Schulter- oder dem LWS1-Modul, da in diesen Kursen das Basiswissen für die Extremitäten bzw. die Wirbelsäule unterrichtet werden.
1. Schulter 2,5 Tage (20 UEs):
Basics Extremitätengelenke, Schmerz- und Bindegewebsphysiologie; Schultergelenkseinschränkungen
2. Ellenbogen 3 Tage (24 UEs):
Pathologien vom Schultergürtel (ACG und SCG) und Ellenbogengelenk
3. Hand 2,5 Tage (20 UEs):
Handgelenkseinschränkungen (Reihen- und Säulentechniken)
4. Fuß 3 Tage (24 UEs):
Fußgelenkseinschränkungen (cruro-tarsal, subtalar und midtarsal)
5. Knie 2 Tage (16 UEs):
Kniegelenkseinschränkungen bei Gonarthrose
6. Hüfte / Beckenring 2,5 Tage (20 UEs):
Coxarthrose und Beckenring (Symphyse und SIG)
7. LWS 1 3 Tage (24 UEs):
Basics Wirbelsäulenanatomie und -physiologie.
Akute LWS-Schmerzen und Dehnungsradikulopathien
8. LWS 2 3 Tage (24 UEs):
Chronische LWS-Schmerzen und Kompressionsradikulopathien
9. BWS 1 3 Tage (24 UEs):
Akute und chronische BWS-Schmerzen
10. HWS 1 3 Tage (24 UEs):
Chronische HWS-Schmerzen Bandscheibensegmente, zervikale Instabilität
11. BWS 2 3 Tage (24 UEs):
Akute und chronische Schmerzen des thorako-lumbalen Übergangs, des zerviko-thorakalen Übergangs und das Thoracic Outlet Syndrom
12. HWS 2 2,5 Tage (20 UEs):
Akute HWS-Schmerzen Bandscheibensegmente, hochzervikale Hypomobilitäten und Instabilitäten
13. Prüfungsvorbereitung 3 Tage (24 UEs)
Aufbaumodule: Kurse in Orthopädischer Medizin (OM) – Pathologiedifferenzierung und -behandlung.
Patienten, die keine Einschränkungen haben, sondern „nur“ Schmerzen, sind in der täglichen Praxis regelmäßig eine echte Herausforderung, vor allem wenn es sich um rein sportspezifische Schmerzen handelt, die im täglichen Alltag nicht auftreten.
Um auch diese Patienten noch besser untersuchen und behandeln zu können, bietet die IAOM neben den Zertifikatskursen für Manuelle Therapie (MT-Kurse) auch Kurse in Nicht-Operativer Orthopädischer Medizin an (OM-Kurse).
Ziel dieser Kurse ist es, dass die Teilnehmer nach Abschluss
• eine exakte Kenntnis der (Patho-) Anatomie, (Patho-) Physiologie und Biomechanik der Weichteile der Extremitäten besitzen
• in der Lage sind, die subjektiven Symptome und objektiven Zeichen der Weichteilpathologien exakt zu interpretieren und somit voneinander zu differenzieren
• Arbeitshypothesen und Arbeitspläne methodisch entwickeln können
• eine solide Basis besitzen, auf der sie pathologiespezifische Übungen auswählen und auch den Patienten erklären können, warum diese Übungen gemacht werden sollten
• Techniken zur Behandlung von Sehnen, myofaszialen Strukturen und peripheren Nerven einsetzen können, die zum Erfolg führen.
1. Schulter 2,5 Tage
Instabilität, externes und internes Impingement
2. Ellenbogen/Hand 2,5 Tage
Radiale, ulnare, anteriore und posteriore endgradige Ellenbogenschmerzen, Handinstabilität und radiale und ulnare Handgelenksschmerzen
3. Fuß 2 Tage
Inversionstrauma, Achillodynie, Sehnen- und Sehnenscheidenpathologien
4. Knie 3 Tage
Instabilitäten, inkl. Kreuzbandverletzungen (Untersuchung und Behandlung), Meniskusverletzungen, Verletzungen der Kollateralbänder
5. Hüfte 2 Tage
Labrumverletzungen, intra- und extraartikuläre Impingements
Kurse können einzeln gebucht werden. Es wird empfohlen, die jeweiligen MT-Zertifikatskurse als Basis zu machen, was aber nicht zwingend notwendig ist.
Unterlagen
Die Kursteilnehmer erhalten ein digitales Kursskriptum (pdf), welches der Powerpoint Präsentation des Unterrichtes entspricht.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, die elektronische Datei der Anatomie und weitere Dateien auf der IAOM-Website downzuloaden.
Abrechnungsmöglichkeit mit den Krankenkassen in Deutschland
Die MT – Weiterbildung mit 264 UE ist gemäß § 125 Abs. 1 SGB V von den Spitzenverbänden der Krankenkassen als zertifizierte Weiterbildung (Manuelle Therapie) für Physiotherapeuten (in Bayern auch für Masseure und med. Bademeister) anerkannt.
Bildungsgutscheine
Bildungsgutscheine und Prämiengutscheine sind direkt an den Veranstalter IAOM Fortbildung GmbH; Im Fuchsrain 28; 70186 Stuttgart) zu richten!
Bemerkungen
A) Kollegen, die alle Module (264 UEs Basismodule MT + 96 UEs Aufbaumodule OM = 360 UEs) samt Prüfung absolviert haben, bekommen diese bei einem Studium an der FH Campus Wien (MSc in Physiotherapy), an der Fachhochschule Erfurt (BSc in Physiotherapie), an der Uni Krems (MSc in Physiotherapy) bzw. an der Texas Tech University Health Sciences Center (Doctor of Science in Physical Therapy) angerechnet.
14. Prüfung
• Teil 1. Theoretischer Teil
o 30 Fragen, 15 Multiple Choice / Single Answer und 15 offene Fragen, 1 Stunde Zeit
• Teil 2. Praktischer Teil
o Fragen werden gezogen
o 4 Aufgaben
- Aufgabe 1. Anatomie in vivo
- Aufgabe 2. Untersuchung Extremitäten oder Wirbelsäule
- Aufgabe 3. Behandlung Extremitäten oder Wirbelsäule
- Aufgabe 4. HWS
• Teil 3. Patientendokumentation
Zertifikat
Das Zertifikat wird erlangt, wenn der Kandidat / die Kandidatin mindestens 50% des theoretischen Teils UND mindestens 50% des praktischen Teils erreicht, und die Patientendokumentation die Voraussetzungen erfüllt (siehe Information bzgl. der Patientendokumentation auf der IAOM-Website).
*(Fortbildungspunkte grundsätzlich unter Vorbehalt, da auf Spitzenverbandsebene bislang bundesweit keine verbindliche Einigung über die Anerkennung von Kursen getroffen wurde)