Wie wichtig eine normale, physiologische Entwicklung für eine spätere gute Lebensqualität ist, wird besonders deutlich, wenn die Entwicklung von der Norm abweicht. Ziel des Kurses ist es, Kindern zu helfen, deren motorische Entwicklung nicht optimal…
Wie wichtig eine normale, physiologische Entwicklung für eine spätere gute Lebensqualität ist, wird besonders deutlich, wenn die Entwicklung von der Norm abweicht. Ziel des Kurses ist es, Kindern zu helfen, deren motorische Entwicklung nicht optimal verläuft. Dabei verdienen insbesondere die Füße und Hüften besondere Aufmerksamkeit. Jeder Mensch möchte auf seinen Beinen stehen, laufen, rennen und springen. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen, damit Kinder ihre genetisch angelegten motorischen Bewegungsabläufe optimal nutzen können.
Frühzeitig erkennen – gezielt behandeln
Ein besonderer Schwerpunkt des Kurses liegt auf der sicheren Unterscheidung zwischen physiologischer Variation und behandlungsbedürftiger Pathologie. Alarmzeichen innerhalb der normalen Entwicklung werden klar definiert und ermöglichen eine frühzeitige Therapieeinleitung. Eine differenzierte Diagnostik hilft, Kontrakturen und Fehlhaltungen rechtzeitig zu vermeiden oder deutlich abzumildern.
Diagnostik und Therapie spezifischer Fußfehlstellungen
Im Mittelpunkt des Kurses steht die differenzierte Diagnostik und Therapie von Fußfehlhaltungen wie dem Sichelfuß (Metatarsus adductus), dem Serpentinenfuß, dem Klumpfuß (Pes equinovarus), dem Hackenfuß (Pes calcaneus) sowie dem Knick-Plattfuß (Pes planovalgus) – einschließlich des spastischen Knick-Plattfußes, wie er bei neurologischen Grunderkrankungen auftreten kann.
Die Teilnehmenden lernen, physiologische Entwicklungsvarianten sicher von behandlungsbedürftigen Pathologien zu unterscheiden und die jeweiligen Deformitäten dreidimensional zu analysieren. Aufbauend auf einer strukturierten Befunderhebung werden spezifische Mobilisationsgriffe und funktionelle Bandagierungstechniken praxisnah vermittelt.
Die dreidimensionale manuelle Fußtherapie stellt dabei eine wichtige Ergänzung zu bestehenden Therapien auf neurophysiologischer Grundlage, wie beispielsweise nach Vojta oder Bobath, dar.
Kursinhalte im Überblick
• Theorie der normalen und pathologischen Fuß- und Hüftentwicklung
• Strukturierte Befunderhebung
• Praktisches Erlernen spezifischer Diagnostik- und Mobilisationsgriffe
• Funktionelle Bandagierungstechniken
• Gestaltumwandlung der Beinachse (O-, X- und gerade Beinachse)
• Achsenfehlstellungen und deren Therapie – auch beim spastischen Knick-Senkfuß
• Mehrere Demonstrationen und intensive Behandlung der Befundkinder